Landstromanlage Warnemünde: AIDA nutzt sie immer, Mein Schiff & MSC gar nicht

Landstromanlage Warnemünde: AIDA nutzt sie immer, Mein Schiff & MSC gar nicht

© Foto: rostock port/ nordlicht
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Drei Monate Landstromanlage in Warnemünde – Nutzung sehr heterogen

Am 10.05.2021 wurde in Rostock-Warnemünde feierlich die örtliche Landstromanlage offiziell in Betrieb genommen. Vor Ort waren hochrangige Vertreter von Politik und Wirtschaft und haben für die Nutzung der Anlage, die sich an den Liegeplätzen P7 und und P8 im Kreuzfahrtterminal von Warnemünde befinden, geworben. Es handelt sich um die derzeit größte Anlage Europas.

Nun hat man drei Monate nach der Einbetriebnahme eine erste Bilanz gezogen und die fällt leider eher ernüchternd aus. Nur eine Reederei hat seit Inbetriebnahme der Anlage diese auch tatsächlich regelmäßig, das heißt bei jedem Anlauf des Hafens, genutzt. Hierbei handelt es s ich um die Rostocker Reederei AIDA Cruises. Für das Unternehmen, das die Kussmundflotte betreibt, ist es sozusagen ein „Heimspiel“, denn die Firmenzentrale ist nur wenige Kilometer von der Landstromanlag entfernt. Tatsächlich wurde bei jedem Anlauf der AIDAsol in Warnemünde die Landstromanlage angeschlossen und somit konnten die Verbrennungsmotoren des Schiffes abgestellt werden. Die Stromversorgung der AIDAsol lief somit klimaneutral ab, denn der Strom aus der Landstromanlage wird aus Wasserkraft gewonnen.

Auch Schiffe der Hamburger Reederei TUI Cruises mit der Marke Mein Schiff und Kreuzfahrtschiffe von MSC Cruises steuerten oder steuern derzeit Warnemünde an. Bei keinem dieser Anläufe wurde und wird auch in naher Zukunft nicht die Landstromanlage genutzt. Die Schiffe sind zwar allesamt für die Versorgung mit Landstrom vorgerüstet (die Mein Schiff 4 hat einen realen Landstromanschluss), doch die notwendigen Tests vorab und die Abnahme durch eine Klassifizierungsgesellschaft erfolgte noch nicht. Beide Unternehmen vermelden zwar, dass man den Landstrom eigentlich nutzen wolle, doch ein Schiff für den Bezug von Landstrom fit zu machen sei ein komplexer Vorgang, der viele Abstimmungen und Tests benötige. Einen konkreten Zeitplan scheinen beide Unternehmen nicht zu verfolgen.

AIDA Cruises hingegen hat die Zeit des Stillstands und des Neustarts der Branche dafür genutzt solche Themen anzugehen und umzusetzen. Es fanden entsprechende Abnahmetests an der AIDAsol und AIDAprima statt. Somit können beide Schiffe während ihrer aktuellen Kreuzfahrten beim Hafenaufenthalt in Deutschland – AIDAsol Warnemünde, AIDAprima Kiel – Landstrom nutzen. Auch in Hamburg gibt es am Cruise Center Altona eine Landstromanlage, die von AIDA Cruises mit der AIDAsol regelmäßig genutzt wurde.

Die Nutzung von Landstrom ist in Deutschland für die Unternehmen freiwillig, eine Verpflichtung gibt es folglich nicht. In Hinblick auf die Schaffung einer besseren Umweltbilanz für eine Kreuzfahrt sollten jedoch die Reedereien alles dafür setzten die landseitig zur Verfügung gestellten Angebote auch zu nutzen. 

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