Oceanwide Expeditions bestätigt komplette Desinfektion der m/v Hondius

© Oceanwide Expeditions
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Nach Hantavirus-Vorfall: Expeditionsschiff Hondius erhält Freigabe für Neustart

Auf Basis einer aktuellen Mitteilung von Oceanwide Expeditions steht das Expeditionsschiff Hondius kurz vor der Rückkehr in den regulären Betrieb. Nach umfangreichen Reinigungs- und Desinfektionsarbeiten in Rotterdam wurde das Schiff von den niederländischen Gesundheitsbehörden wieder freigegeben.

Die Maßnahmen waren notwendig geworden, nachdem es während einer Reise im vergangenen Monat zu mehreren Hantavirus-Infektionen an Bord gekommen war. Einige der Erkrankungen verliefen tödlich. In der Folge wurde die Hondius zunächst vor den Kapverdischen Inseln gestoppt und später auf den Kanaren evakuiert. Anschließend brachte man das Schiff in die Niederlande, wo ein umfassendes Biosicherheitsprogramm umgesetzt wurde.

Nach Angaben des Unternehmens erfolgte die abschließende Inspektion am 29. Mai. Einen Tag später erteilte die niederländische Gesundheitsbehörde GGD die Genehmigung zur Wiederaufnahme des Schiffsbetriebs. Derzeit befindet sich die Hondius weiterhin in Rotterdam, wo die turnusmäßige Jahresinspektion und planmäßige Wartungsarbeiten durchgeführt werden. Die Überfahrt nach Longyearbyen auf Spitzbergen soll planmäßig am 6. Juni beginnen.

Der aufwendige Desinfektionsprozess wurde von einem 13-köpfigen Team der EWS Group begleitet. Das Unternehmen ist auf Biosicherheit, Begasungen sowie sicherheitskritische Spezialmaßnahmen spezialisiert. Vor Beginn der Arbeiten nahmen die Experten das Schiff eingehend unter die Lupe und behandelten anschließend systematisch alle acht Decks. Zudem bestätigten externe Fachleute im Rahmen der Untersuchungen, dass sich keine Nagetiere mehr an Bord befanden.

Die Reinigung umfasste zunächst die Entfernung sämtlicher organischer Rückstände. Anschließend wurden harte Oberflächen mit zugelassenen Desinfektionsmitteln und Wasserstoffperoxid behandelt. Für Polstermöbel, Teppiche und andere weiche Materialien kam eine Hochtemperatur-Dampfreinigung zum Einsatz. Während der gesamten Arbeiten galten strenge Sicherheitsvorgaben. Die eingesetzten Spezialisten arbeiteten in vollständiger Schutzausrüstung und trennten kontaminierte sowie bereits gereinigte Bereiche konsequent voneinander.

Marcel van den Brink, Chief Commercial Officer der EWS Group, betonte insbesondere die enge Zusammenarbeit aller Beteiligten. Die technische Umsetzung sei zwar anspruchsvoll gewesen, entscheidend für den Erfolg sei jedoch die außergewöhnliche Koordination zwischen Reederei, Behörden und externen Spezialisten gewesen, um die Biosicherheitsmaßnahmen innerhalb kurzer Zeit umzusetzen.

Auch Oceanwide-Expeditions-CEO Rémi Bouysset hob die Zusammenarbeit hervor. Die Unterstützung durch Behörden und Fachunternehmen sowie die Expertise der EWS Group hätten wesentlich dazu beigetragen, die komplexe Desinfektionsmaßnahme erfolgreich abzuschließen und das Schiff für den Neustart vorzubereiten.

Nach Unternehmensangaben deuten medizinische und epidemiologische Untersuchungen darauf hin, dass das Hantavirus bereits vor Reisebeginn eingeschleppt worden war. Hinweise auf eine Ursache im Schiffsbetrieb oder auf Mängel bei den Bordstandards gebe es demnach nicht. Aufgrund der umfangreichen Desinfektionsmaßnahmen und der vergleichsweise geringen Umweltstabilität des Virus sieht Oceanwide keine Grundlage für eine weitere Übertragung an Bord.

Zusätzlich wurde die Besatzung der betroffenen Reise vollständig von Bord genommen und unter Quarantäne gestellt. Für die kommenden Einsätze wurde ein neuer Crewwechsel durchgeführt. Nach Angaben der Reederei hatte kein Mitglied der neuen Besatzung Kontakt zu Personen, die sich derzeit in Quarantäne befinden.

Mit Abschluss der Arbeiten richtet sich der Blick nun auf die bevorstehende Arktis-Saison. Nach einer kurzen Phase für Versorgung und Vorbereitung in Rotterdam soll die Hondius Anfang Juni Kurs auf Spitzbergen nehmen. Die erste Arktis-Expedition der Saison beginnt planmäßig am 13. Juni in Longyearbyen.

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