MV Hondius: Drei Tote, mehrere Erkrankte, Nachweis des Hantavirus [Update]

© Marcel Paul - Oceanwide Expeditions
© Marcel Paul - Oceanwide Expeditions

Drei Passagiere der MV Hondius sind verstorben – einmal wurde das Hantavirus nachgewiesen
[Update vom 05.05.2026 weiter unten im Beitrag]

Auf dem Expeditionskreuzfahrtschiff MV Hondius des niederländischen Anbieters Oceanwide Expeditions kam es zu drei Todesfällen unter den Passagieren. Bislang sei die Todesursache noch unklar. Bei einem schwer erkrankten Passagier wurde das Hantavirus nachgewiesen, jedoch ist dies bei den drei Todesfällen nicht bestätigt.

Auf der Kreuzfahrt von Ushuaia in Argentinien auf die Kapverden mit 88 Passagieren und 61 Crewmitgliedern kam es zu den schwerwiegenden Krankheitsverläufen. Zunächst zeigte ein 70-Jähriger Passagier schwerwiegende Symptome, sodass er wenig später am 11.04.2026 verstarb. Seine Leiche wurde am 24.04.2026 auf der britischen Atlantikinsel St. Helena von Bord gebracht. Seine mitreisende Frau begleitete den Rücktransport der Leiche ihres verstorbenen Ehemannes in die Niederlande. Ihr Gesundheitszustand hat sich kurz darauf massiv verschlechtern auch auch die Ehefrau ist verstorben.

Eine weitere Person mit deutscher Staatsangehörigkeit verstarb am 02.05.2026 auf der MV Hondius mit bislang ungeklärter Todesursache. 

Am 27. April erkrankte ein weiterer Passagier schwer und wurde medizinisch nach Südafrika ausgeschifft. Der britische Patient liegt auf der Intensivstation in Johannesburg. Sein Zustand sei kritisch, aber stabil. Bei diesem Patienten wurde eine Variante des Hantavirus festgestellt. Hantaviren werden primär durch den Kontakt mit Urin, Kot oder Speichel infizierter Nagetiere übertragen und können zu schweren Krankheitsverläufen führen. Die Übertragung von Mensch zu Mensch sei äußerst selten.

Laut des aktuellen Lageberichts von Oceanwide Expeditions benötigen zwei Besatzungsmitglieder britischer und niederländischer Staatsangehörigkeit dringend medizinische Versorgung. 

Bereits seit gestern liegt das Expeditionsschiff vor dem Hafen von Praia auf den Kapverdischen Inseln. Aktuellen Medieninformationen zufolge wurde es dem Schiff kürzlich von den lokalen Behörden untersagt in Praia anzulegen. Das Unternehmen prüfe nun eine Weiterfahrt nach Gran Canaria oder Teneriffa. Die weiterhin an Bord befindlichen Gäste und Crewmitglieder müssen sich derzeit in Geduld üben, während eine Lösung zur Ausschiffung gefunden wird. Laut Oceanwide Expeditions wurden die Hygienemaßnahmen hochgefahren und die Gäste werden informiert und unterstützt.

Verschiedene lokale Behörden und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befassen sich derzeit mit der Situation in Bezug auf die MV Hondius.

Die Liste von Personen an Bord der MV Hodnius umfasst insgesamt 8 deutsche Staatsangehörige (7 Passagiere + 1 Crew), einer der Passagiere ist verstorben.

Aktueller Lagebericht von Oceanwide Expeditions vom 04.05.2026 um 13:30 Uhr

Oceanwide Expeditions hat weiterhin mit einer ernsten medizinischen Situation an Bord der m/v Hondius zu kämpfen, die sich derzeit vor der Küste von Kap Verde befindet.

Ein kurzer Überblick über den zeitlichen Ablauf der medizinischen Situation an Bord der m/v Hondius: 

Am 11. April verstarb ein Passagier an Bord. Die Todesursache konnte an Bord nicht festgestellt werden. Am 24. April wurde dieser Passagier auf St. Helena von Bord gebracht, wobei seine Ehefrau die Rückführung begleitete.

Am 27. April wurde Oceanwide Expeditions darüber informiert, dass sich der Zustand der Ehefrau während der Rückreise verschlechtert hatte und sie später verstorben war. Beide Passagiere waren niederländische Staatsangehörige. Zum jetzigen Zeitpunkt ist nicht bestätigt, dass diese beiden Todesfälle mit der aktuellen medizinischen Situation an Bord in Zusammenhang stehen.

Am 27. April erkrankte ein weiterer Passagier schwer und wurde medizinisch nach Südafrika evakuiert. Diese Person wird derzeit auf der Intensivstation in Johannesburg behandelt und befindet sich in einem kritischen, aber stabilen Zustand. Dieser Passagier ist britischer Staatsangehöriger. Bei diesem Patienten wurde eine Variante des Hantavirus festgestellt.

Am 2. Mai verstarb ein weiterer Passagier an Bord. Die Todesursache ist noch nicht geklärt. Dieser Passagier war deutscher Staatsangehöriger.Zudem befinden sich derzeit zwei Besatzungsmitglieder mit akuten Atemwegsbeschwerden an Bord, eines mit leichten und eines mit schweren Symptomen. Beide benötigen dringend medizinische Versorgung. Diese Besatzungsmitglieder sind britischer und niederländischer Staatsangehörigkeit. Zum jetzigen Zeitpunkt wurden keine weiteren Personen mit Symptomen identifiziert.

Bei den beiden noch an Bord befindlichen Personen, die medizinische Versorgung benötigen, wurde das Hantavirus bislang nicht bestätigt. Es ist auch nicht erwiesen, dass das Virus mit den drei Todesfällen im Zusammenhang mit dieser Reise in Verbindung steht. Die genaue Ursache und ein möglicher Zusammenhang werden derzeit untersucht. Der einzige bestätigte Fall von Hantavirus ist daher der Passagier, der medizinisch evakuiert wurde und nun in Johannesburg behandelt wird.

Das Schiff befindet sich weiterhin vor der Küste von Kap Verde. An Bord befinden sich 149 Personen aus 23 verschiedenen Ländern. Die Ausschiffung der Passagiere, die medizinische Evakuierung und die medizinische Untersuchung erfordern die Genehmigung der örtlichen Gesundheitsbehörden sowie die Abstimmung mit diesen. Die örtlichen Gesundheitsbehörden haben das Schiff besucht und die Situation beurteilt. Der medizinische Transport der beiden erkrankten Personen an Bord hat noch nicht stattgefunden.

Oceanwide Expeditions arbeitet eng mit lokalen und internationalen Behörden zusammen, darunter die WHO, das RIVM, die zuständigen Botschaften und das niederländische Außenministerium. Gleichzeitig werden Vorbereitungen für eine mögliche medizinische Rückführung und die nächsten Schritte getroffen. Als Anlegehäfen für die Ausschiffung werden Las Palmas oder Teneriffa in Betracht gezogen, wo weitere medizinische Untersuchungen und Maßnahmen durchgeführt werden könnten.

An Bord werden strenge Vorsichtsmaßnahmen getroffen, darunter Isolationsmaßnahmen, Hygieneprotokolle und medizinische Überwachung. Alle Passagiere wurden informiert und werden unterstützt.Oceanwide Expeditions steht in engem Kontakt mit den direkt Betroffenen und ihren Familien und leistet, wo möglich, Unterstützung.

Wir verstehen das große Interesse und die Besorgnis und werden neue Informationen weitergeben, sobald diese verifiziert sind. Die Nationalitäten der Passagiere und der Besatzung sind wie folgt:  

NationalitätPassagiereBesatzung
Spanien131
Frankreich5 
Deutschland7 (*)1
Großbritannien194
Kanada4 
Australien4 
USA17 
Griechenland1 
Japan1 
Niederlande85
Türkei3 
Belgien2 
Irland2 
Neuseeland1 
Argentinien1 
Polen 1
Russland 1
Philippinen 38
Ukraine 5
Indien 2
Portugal 1
Montenegro 1
Guatemala 1
Gesamt 1498861
 (*) einschließlich 1 Verstorbenen 
Update vom 05.05.2026:

Aktualisierter Überblick über die medizinische Lage an Bord der M/V Hondius | 5. Mai 2026, 17:00 Uhr MEZ

Zusätzlich zu den bisherigen Mitteilungen bezüglich des Hintergrunds und des zeitlichen Ablaufs der medizinischen Situation an Bord der m/v Hondius stellt sich die aktuelle Lage wie folgt dar:

  • Das Schiff befindet sich weiterhin vor der Küste von Kap Verde.
  • Die Gespräche mit den zuständigen Behörden über die nächsten Schritte für die m/v Hondius, einschließlich einer möglichen Ausschiffung und Weiterführung der Reise, dauern an.
  • Zwei Besatzungsmitglieder an Bord benötigen weiterhin dringend medizinische Versorgung.
  • Die Untersuchungen zur Ursache der Erkrankung und zu einem möglichen Zusammenhang zwischen den Fällen dauern an.
  • Zum jetzigen Zeitpunkt wurden außer den bereits gemeldeten Fällen keine weiteren Personen an Bord identifiziert, die Symptome aufweisen.
  • In enger Abstimmung mit den zuständigen Behörden laufen derzeit Vorbereitungen für die medizinische Evakuierung von Personen, die derzeit dringend medizinische Versorgung benötigen.

Was die mögliche Quelle des Hantavirus betrifft, verweisen wir auf Äußerungen der WHO-Direktorin Dr. Maria Van Kerkhove und der UN-Sprecherin https://www.youtube.com/watch?v=3w__lSqhmzU, wonach das Hantavirus zwar in der Regel über Nagetiere (Kot/Urin) auf den Menschen übertragen wird, die WHO jedoch eine mögliche Übertragung von Mensch zu Mensch auf dem Schiff untersucht. Laut Van Kerkhove wird vermutet, dass sich die erste infizierte Person höchstwahrscheinlich bereits vor dem Einsteigen mit dem Virus angesteckt hat.

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